Praia do Forte, Bahia, Brasilien

Das ehemalige Fischerdorf Praia do Forte, 80 km nordöstlich von Salvador, der Hauptstatdt des brasilianischen Bundestaates Bahia, gilt als einer der attraktivsten und bestgeplantesten Urlaubsziele Brasiliens. Nicht umsonst wird die Umgebung des Ortes auch als das "Polynesien Brasiliens" bezeichnet. Diese Website ist ein Beitrag zur jüngeren Geschichte von Praia do Forte und der Entwicklung von nachhaltigen Tourismusprojekten im Bundesstaat Bahia.

Diese Geschichte beginnt im Jahr 1971, als der deutschstämmige Brasilianer Klaus Peters die Kokosfarm "Praia do Forte" von Sr. Paulo Padilha de Souza erwirbt. Peters arbeitet an der Verwirlichung seines Traums: Er will die 5400 ha Land, die neben der Kokosfarm auch Naturlandschaften mit historischen Kontexten und 12 km unberührte Traumstrände umfassen, in ein nachhaltiges Tourismusprojekt verwandeln. Sein Grundprinzip: "Nachhaltig Nutzen ohne Auszubeuten“. Diese Zielsetzung reflektiert sich seit Beginn der Arbeit mit den Ideen der etwa zeitgleich ins Leben gerufenen Stiftung "Fundação Garcia D´Ávila". Die Stiftung war wegweisend in der Etablierung zweier Grundpfeiler von Peters Visionen: Erhaltung der Umwelt und Ausbildung der Einheimischen, um diese in den sich entwickelnden Arbeitsmarkt der Region integrieren zu können. In Zusammenarbeit mit dem Architekten Wilson Reis Neto erarbeitete die Stiftung erarbeitete einen Auflagenkatalog, der das Fischerdorf Praia do Forte über lange Zeit vor klobigen Bauprojekten bewahren konnte und für die Implementation von insgesamt fünf Naturschutzreservaten in der näheren Umgebung sorgte.

Klaus Peters holte Experten aus ganz Brasilien nach Praia do Forte: Biologen, Soziologen, Meeresforscher und Städteplaner. Auch das TAMAR Projekt zum Schutz von Meeresschildkröten entstand zu dieser Zeit. Diese Initiativen bedeuteten in den 1970er und 1980er Jahren einen fundamentalen Richtungswechsel im brasilianischen Tourismussektor. Natur sollte nachhaltig genutzt und nicht bedenkenlos ausgebeutet und so letztendlich zertstört werden. Nachhaltiger Tourismus würde diesen Paradigmenwechsel finanzieren. Ein Ecoresort wurde geplant und gebaut. Der Architekt Wilson Reis Neto entwickelte einen Masterplan, der Praia do Forte über Jahrzehnte vor Grossbauten schützen und von anderen Küstenorten her bekannte Fehlentwicklungen vermeiden sollte.

Klaus Peters stellte dem Architekten ein Stück Land zur Verfügung, dass sich dieser an dem zu dieser Zeit noch gänzlich unbebauten Strand von Praia do Forte aussuchen durfte. Wilson baute an einem der schönsten Flecken der Gegend einen Bungalow direkt am Strand, der durch die dort von ihm organisierten Treffen und Feste landesweit bekannt wurde und errichte kurz seine schönste Pousada Praia do Forte: das Hotel Porto da Lua, einen Musterbau tropischer Architektur, in dem er sich auch sein Atelier einrichtete.

Zu den weiteren Werken von Wilson Reis Neto zählen eine Vielzahl wunderschöner Privathäuser. Sein tropischer Stil und der Charme seiner Arbeiten waren wegweisend für spätere Architekturprojekte vor Ort. Genau dies hatte Klaus Peters mit seiner visionären Aufbauarbeit erreichen wollen: Eine Entwicklung von Praia do Forte auf hohem Niveau und mit wegweisender Architektur. Ein weiteres Projekt von Bedeutung war die Gestaltung des "Garcia d’Avila Museums", welches den Besuchern von Praia do Forte bedeutende historische Bauten aus dem 16. Jahrhundert in der näheren Umgebung des Ortes nahebringt.